Mit erhobenem Haupt und nicht erhobenen Händen!
Mit klarem Verstand gegen staatlich-legitimierte Willkür und Umweltzerstörung

Wer das Wasser im Lande läßt und der Natur zurückgibt, was er von ihr entliehen hat, lebt in Frieden mit der Natur, aber nicht in Frieden mit den Behörden. Den gewaltigen Unterschied zwischen Verwertung und Beseitigung von Abwasser will bzw. kann die öffentliche Verwaltung und Justiz offensichtlich nicht verstehen. Deshalb ignoriert sie die gesetzliche Forderung “Verwertung geht vor Beseitigung“. Noch schlimmer: sie verhindert systematisch und verantwortungslos deren Ausführung.

Alte Hochkulturen wie Babylon, Ägypten und Rom stehen uns als warnendes Beispiel für den Ausgang dieser Umgangsweise mit der Fläche - nämlich hochqualifiziert Wüsten zu erzeugen – vor Augen. Wir können als Gattung nicht überleben, wenn Habgier als oberste Tugend gilt und die Wirtschaft der Habgierigen die Regeln unseres Lebens und Sterbens bestimmt. Der Friede liegt in der Förderung ökologischer und ökonomischer Demokratie und Vielfalt. Demokratie ist mehr als ein Wahlritual.

Die Wasserwirtschaft schaltet die Gewaltenteilung aus

Die Gewaltenteilung ist die Grundlage eines Rechtstaates. Auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft wird diese praktisch aufgehoben: Hat der Gesetzgeber -die legeslative Gewalt -etwas mit Wasser betreffenden Gesetz zu tun, holt er sich mangels eigener Kenntnisse Rat bei den Fachleuten der Wasserwirtschaftsverwaltung. So fließt die dort herrschende -oft fachlich beschränkte Erkenntnis -in den Gesetzestext.

Die Durchführung der Gesetze durch die exekutive Gewalt besorgt dann die Wasserwirtschaft. Kommt es durch ihr Handeln zu juristischen Auseinandersetzungen, stehen den Richtern als juristische Gewalt ohne eigene Fachkenntnisse, die Wasserwirtschaftsverwaltung zur Seite, die die Richter in ihrem Sinne steuert.

Die Richter stützen sich bei ihrer Urteilsfindung, schon um sich eigene Denkarbeit zu ersparen, auf die Gutachten der Wasserwirtschaft. Die Urteile sind entsprechend. So wird der größte Blödsinn juristisch bestätigt und diese Schildbürgerstreiche liefern Vorlagen für weitere Fehlurteile -gigantische Fehlsteuerungen unserer Volkswirtschaft und Kultur. Wie fragwürdig die Entscheidungen von Verwaltung und Gerichten auch sind, danach geht es nur noch um´s Abkassieren der Bürger. Auf diese Weise unterspülen Verwaltung und Justiz vereint unseren Rechtstaat, obwohl sie zur Erhaltung desselben eingesetzt, von uns allen so gestellt werden, daß ihren Mitarbeitern -eine anständige Lebensführung vorausgesetzt -finanzielle Sorgen fremd bleiben.

Verfolgt wird unter staatliche Anleitung und Aufsicht wer:

-sein häusliches Schmutzwasser, d.h. sein Eigentum, selbst behandelt und verwertet.

-sein Eigentum weder in den Untergrund bzw. in ein Oberflächengewässer einleitet.

-sich nicht daran beteiligt, “geklärtes“ Abwasser mit erhebliche Frachten von Nutz- und Schadstoffen via Oder bzw. Elbe in die Ost- bzw. Nordsee zu verklappen, oder schon vorher - bis zu einem Drittel - durch marode Kanalrohre direkt in den Untergrund einzuleiten.

-anderen durch sein Beispiel zeigt, dass es nicht “notwendig“ ist mit dem “geklärten“ Abwasser zur Verweiblichung der Fische in den Flüsse beizutragen und Krankheitskeime großräumig zu verteilen.

-dem Aufruf des Präsidenten des Landesumweltamtes, Prof. Freude, nachkommt, entsprechend seinen Möglichkeiten das Wasser im Lande zu lassen, damit Brandenburg nicht langsam versteppt.

-persönlich vollständigen Gewässerschutz leistet.

Sektorale Leitbilder sind nicht in der Lage, ökologische Zusammenhänge darzustellen, wenn sie nicht an einem übergreifenden Energetik-, Wasserkreislauf- und Stoffflüsse abbildenden Leitbild orientiert werden. Die Gesetzgebung muss sich deshalb künftig an dem übergreifenden Leitbild einer integrierten Flächenbewirtschaftung orientieren. Der Mensch als Bewirtschafter hat in Zukunft die Aufgabe, die Naturprozesse nach den der Natur eigenen Spielregeln so zu gestalten, dass er effizienz-und nachhaltigkeitssteigernd wirtschaftet.

Die Kommunal-Abgaben, hier insbesondere für Wasser und Abwasser, treten für die Bürger auf dem Lande immer stärker in den Vordergrund. Einerseits aufgrund des zahlenmässigen Ausdünnens der Landbevölkerung -vie-le Junge sind in den Westen der Bundesrepublik gezogen -, andererseits, die am angestammten Ort Gebliebenen sind im Pensionsalter bzw. für sie ist es zunehmend schwieriger, Einnahmen zu erzielen.

In Voraussicht dieser Probleme sind in den vergangenen zehn Jahren mehr und mehr Bürger politisch aktiv geworden, um zusammen mit anderen Alternativen zu finden und Konzepte zu entwickeln, um rechtzeitig drohendes Unheil von den Bürgern und Kommunen abzuwenden. Je mehr Bürger sich bequem zurücklehnen und jammern anstatt gemeinsam aktiv zu werden, werden wir uns auf eine nicht nur finanziell trockenere Zukunft einstellen müssen.

Verdorren erst Selbstbewußtsein und Demokratie, werden die Bürger den Forderungen der Bürokratie nachkommen müssen, ohne wenn und aber.

Manchmal ist es gut in ein fernes Land zu fliegen, um zu verstehen, was in der Heimat geschieht und geschehen wird. Was hierzulande schleichend vorgeht, ist in Indien -einem indogermanischen Kulturland - in seinen Folgen deutlich zu sehen. Zwei Kulturen prallen aufeinander. Die eine betrachtet Wasser als heiliges Gut und die Ausgabe von Wasser als Pflicht zur Erhaltung von Leben, das heilig ist; die andere sieht Wasser als Ware an, die zu besitzen, zu kaufen und zu verkaufen ein Grundrecht privaten Unternehmertums sei; insbesondere, da Wasser lebensnotwendig, das ideale Mono-pol ist: Geldquellen ohne Ende zur Versklavung allen Lebens. Die Kultur der Kommerzialisierung befindet sich im Krieg mit Kulturen, die das Teilen, Ge-ben und Nehmen von Wasser als freiem Gut zur Grundlage haben. Die auf Nichtnachhaltigkeit, Nichterneuerbarkeit und Verschmutzung beruhende Kultur befindet sich im Krieg mit Kulturen, in deren Mittelpunkt Erde und Sumpf, Erneuerung und Verjüngung stehen. Man stelle sich vor, eine Milliarde Inder würde ihren alten religiösen Brauch aufgeben, während der Trockenzeit aus kleinen Strohhütten (Wassertempeln) auf öffentlichen Plätzen durstigen Passanten kostenlos Wasser auszugeben. Millionen - die Ärmsten der Armen - müßten verdursten.

Auf der einen Seite Kulturen mit ihrer ganzheitlichen Ethik, die Wasser als ökologische Grundnotwendigkeit betrachtet, auf der anderen Seite die Unternehmenskultur der Privatisierung und Habgier, die die Privatisierung der Wasserquellen betreibt. Hier Millionen Pflanzen- und Tierarten sowie Milliarden Menschen auf der Suche nach Wasser für den Erhalt ihres Lebens, dort eine Hand voll global operierender Wasserkonzerne, allen voran die Suez Lyonnaise des Eaux, Vivendi, RWE und E.ON, unterstützt von EU, Weltbank, WTO, IWF und der G8-Gruppe.

Werden diese Konflikte der Entwicklungsziele nicht auf demokratische Wei-se, d.h. mit der betroffenen Bevölkerung gelöst, enden sie in Extremismus und Terrorismus. Denn zentralisierte Wirtschaftssysteme untergraben die Grundlage demokratischer Politik. In einer Demokratie deckt sich die wirtschaftliche Agenda mit der politischen Agenda. Wird jedoch die wirtschaftliche Agenda von Weltbank, WTO und IWF mit Beschlag belegt, zerfällt der demokratische Prozess und bahnt dem Fundamentalismus den Weg. Anstatt die Menschen friedlich zu integrieren, zerreissen die zentralisierten Wirtschaftssysteme das soziale Gefüge in feindliche Gemeinschaften und verbrämen die Konflikte religiös; deutlich zu sehen an den Konflikten im Na-hen Osten.

Wir können als Gattung nicht überleben, wenn Habgier als oberste Tugend gilt und die Wirtschaft der Habgierigen die Regeln unseres Lebens und Sterbens bestimmt. Der Friede liegt in der Förderung ökologischer und ökonomischer Demokratie und Vielfalt. Demokratie ist mehr als ein Wahlritual. Demokratie herrscht nur dann, wenn die Menschen ihre Gegenwart und Zukunft selbst gestalten können. Angesichts der Ignoranz und Machtinteressen “Elitärer Zertifizierter“ bleibt uns keine andere Wahl, als die von ihnen nicht kontrollierbaren weltweiten Kommunikations-Medien offen zu nutzen, um den Kulturen des Friedens bessere Überlebens- und Entwicklungschancen zu ermöglichen.

Kraft schöpfen aus den Niederlagen unserer Altvorderen

Justus von Liebig erstellte im Jahre 1865 für den Oberbürgermeister von London ein Gutachten über die Entsorgung der in die Kanalisation abgeführten Abfallstoffe der britischen Weltmetropole. Liebig war gegen die weitere Verklappung der Kloakenstoffe mit Schiffen im offenen Meer. Er setzte sich vehement für deren Rückführung über Rieselfelder in den Kreislauf des Lebendigen ein, in einen Kreislauf der damals noch nicht belastet war mit schädlichen Verunreinigungen und Giften. Liebig kannte anhand seiner Analysen nicht nur den chemisch erfaßbaren Wert der Abfallstoffe. Er wußte, in China und Japan wurde im intensiven Landbau die Fruchtbarkeit durch Jahrtausende nur dank der sorgfältigen Behandlung und Rückführung aller organischen Abfallstoffe aufrechterhalten. Liebig analysierte das Wasser, in dem Fische, Kartoffeln, Blumenkohl und Weißkraut gekocht wurden. Ein Wert von damals unglaublichen zwei Millionen Pfund Sterling gingen in Londons Kloake über. Mehr als eine Million Pfund Sterling im Kali und 281.000 Pfund Sterling in der Phosphorsäure.

Liebig dachte ganzheitlich. Ihm war bewußt: das Beispiel Englands wird ausschlaggebend mit grundsätzlicher globaler Bedeutung. Um im aufstrebenden Zeitalter Fehlentwicklungen frühzeitig zu verhindern, würden allein die Engländer die Geldmittel und die Ausdauer haben, seine Pläne, an denen er zwanzig Jahre hart gearbeitet hatte, zu verwirklichen. Doch leider konnte er sich damals in London nicht durchsetzen. Sind wir heute, fünf Generationen später und mit erheblichen Umweltproblemen belastet, bereit, von Justus von Liebig zu unser aller Nutzen zu lernen?

Der Betrug an der Natur tritt sicher früher oder später zu Tage

Vor über hundert Jahren berichtete Dr. H. Maron, Mitglied der preußischen ostasiatischen Expedition, dem Minister für landwirtschaftliche Angelegenheiten in Berlin über den ökologischen Landbau in Japan:Japan ein Land von der Größe Großbritaniens, ein Land, von dem man annehmen kann, daß es seiner bergigen und oft gebirgigen Beschaffenheit wegen höchstens zur Hälfte kulturbaren Acker besitzt, nicht nur mehr Einwohner enthält als Großbritanien, sondern dieselben auch erhält. Während diese bekanntlich alljährlich für viele Millionen dem Ausland tributpflichtig wird, führt Japan, seitdem seine Häfen geöffnet sind, jährlich nicht unbedeutende Quantitäten von Lebensmitteln aus.

Ich kann mich eines Lächelns nicht erwehren, wenn ich mich erinnere, wie auf meiner Durchreise durch England einer der Koryphäen der dortigen Landwirtschaft in Hinweis auf seinen reichen Viehstall mit kathedermäßiger Haltung die folgenden Sätze so ernst und strickt als möglich meinem Gedächtnisse als das geheimnisvolle non plus ultra der Weisheit zu imprägnieren suchte: Je mehr Futter, desto mehr Fleisch; je mehr Fleisch, desto mehr Dünger, je mehr Dünger, desto mehr Körner.

Der Japaner kennt diese Schlußfolgerung gar nicht; er hält sich einfach an das eine Unbestreitbare: Ohne fortlaufenden Dünger keine fortlaufende Produktion. Von dem, was ich dem Boden entnehme, ersetzt ihm einen kleinen Teil die Natur (worunter er Luft und Regen versteht), den anderen Teil muß ich ihm ersetzen. Die Notwendigkeit des Mittelgliedes der Viehhaltung begreift er vollends nicht. Wieviel unnütze und kostspielige Arbeit müsse es verursachen, das Produkt des Bodens erst durch Vieh auffressen zu lassen, das so mühsam und kostspielig aufzuziehen sei, und mit viel größeren Verlusten das verknüpft sein müsse! Wieviel einfacher es doch sei, das Korn selbst zu verzehren und den Dünger selbst zu machen!

Das ist der große Unterschied zwischen der europäischen und japanischen Kultur. Die europäische ist Scheinkultur, und der Betrug wird sicher kurz oder lang zu Tage kommen; die japanische ist wirklich wahre Kultur; die Erträgnisse des Bodens sind Zinsen der Bodenkraft. Da der Japaner weiß, daß er von den Zinsen zu leben hat, ist seine erste Sorge darauf gerichtet, daß das Kapital nicht verringert wird; er gibt nur dann mit der einen Hand nach außen, wenn er mit der anderen nehmen kann, und er nimmt aus seinem Boden niemals mehr, als er ihm gibt; er forciert nicht durch große Zufuhren von Stickstoffverbindungen.”

Biowissenschaftlich ungebildete Juristen richten unser Land zugrunde

"... die Erwartung der Kläger (ist) verfehlt, mit Hilfe der Verwaltungsgerichte eine Korrektur für umweltpolitisch verfehlt gehaltene kommunale Entscheidungen erreichen zu können."

(Dr. Jan Bodanowitz, Pressedezernent des OVG FF/Oder zum Urteil des 2. Senats vom 31. Juli 2003 -2 A 316/02)

Auf die Begründung des Urteils brauchte das Volk, in deren Namen die ehrenwerten Richter Urteile verkünden, nicht gespannt zu sein. Werden allgemein - z.B. von Ingenieuren - sorgfältige Begründungen verlangt, bevor mit großer Zerstörungskraft geurteilt wird; kommen von Gerichten zuerst die Urteile, dann erst werden die Begründungen juristisch zusammengebastelt -sprich: von anderen abgeschrieben. Studenten kennen das: „Werke alter Meister müssen Pate stehen".

Das bedeutet: Der Landtag in Potsdam - der Gesetzgeber -kann beschliessen, was er will. Für die Ge-richte werden zur Begründung stattdessen “passende“ Urteile von Kollegen herangezogen. „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein", sagte im Zusammenhang mit Machenschaften der Energie-und Wasserwirtschaft seinerzeit Ministerpräsident und furchtbarer Nazi-Marinerichter a.D. Dr. Filbinger.

Dabei hatten die Kläger die Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang für ihr Grundstück beantragt, weil sie eine eigene private Schmutzwasserreinigungsanlage auf ihrem Grundstück betreiben. Die Reinigungsleistung mit Hilfe eines Schilfbeetes ist besser als in einem zentralen Klärwerk. Das gewonnene und gesammelte Nutzwasser kann für das Tränken der Tiere und zur Bewässerung des Gartens verwendet werden. Damit wird ein Beitrag für die Umwelt, das Kleinklima-Mikroklima geleistet.

Aufbau Ost als Nachbau West: finanziell ausgetrocknete Landschaften

Wie heißt es in der Presseerklärung zum Urteil vom 31. Juli 2003?

-„Bei der Konzeption der Kläger handele es sich letztlich um nichts anderes als den Betrieb einer Kleinkläranlage, der lediglich dadurch optimiert werde, dass das vorgeklärte Wasser nicht schlicht verrieselt, sondern noch einer Zwischennutzung zugeführt werde. Ein Vergleich mit geschlossenen Kreisläufen wie etwa bei industriellen Wiederaufbereitungsanlagen scheide aus."

Warum? Wie geschieht Innovation? Wie kann der Trockenheit im eigenen Garten begegnet werden? -„Die Wirtschaftlichkeit und technische Funktionsfähigkeit zentraler Einrichtungen, für die sich der Träger entschieden habe, läge im Interesse der Allgemeinheit."

Was im Interesse der Allgemeinheit liegt, steht jetzt nach der verkündeten Inkompetenz der Verwaltungsjustiz -jeder blamiert sich so gut er kann, selbst -, endgültig zur politischen Diskussion. Während öffentlich Festbesoldete denken mögen, das geht immer weiter so, einschliesslich hoher (Früh)-Pensionen, merken die, die höhere Abgaben erarbeiten müssen, dass nach ihrem Geduldsfaden nun auch der von Mutter Natur reißt. In Brandenburg sind die Folgen der vereinigten zentralen Energie- und Wasserwirtschaft selbst für Blinde sichtbar. Ein Jahr Hochwasser, dass die Kacke aus den Rohren dringt und zum Himmel stinkt, viele teure Rohrschäden hinterlassend; im nächsten Jahr Trockenheit, dass die Landwirtschaft jammert, nach Subventionen schreit.

Wie das Urteil vom 31. Juli 2003 zeigt, wird dies durch die Brandenburger Verwaltungsgerichtsbarkeit gedeckt. Wen wundert´s, dass der Senat des Oberverwaltungsgerichts Frankfurt / Oder die Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zuläßt? Schliesslich muss er befürchten, seine Schandtaten gegenüber Mensch und Natur - siehe z.B. auch Briesensee und Horno -könnten höchstrichterlich aufgedeckt werden, und zum Ende einer selbstherrlichen Juristerei auf Kosten der Zukunft des Landes, der Natur und der Bürger führen. Will es ein "ordentliches Gericht" sein, muß es die Worte von Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker beherzigen: „Eine Macht, die legitim sein will, muss dem Recht gehorchen".

Lassen wir nicht andere für uns denken, denken wir selbst zusammen mit Gleichgesinnten. Wenn wir nicht selbst aktiv werden, werden wir abgezockt, mit Segen und Stempeln der Gerichte und geschriebenen Fehlurteilen. Unschuldige Bürger und ihre Erben müssen unsinnige Schulden begleichen - bis an ihr Lebensende.

Von Institutionen, die von einem, die Gesetze der Natur nicht beachtenden Neoliberalismus getrieben sind, wird zur Zeit versucht, die lokale Kreislaufwirtschaft sowie Subsistenzmärkte, d.h. die vom Bürger täglich benötigten Serviceleistungen der Natur aus dem lokalen Kontext in eine globalisierte Scheinmarktwelt zu transferieren. Dabei wird der Mensch noch mehr der Natur mit ihrem Überlebensprinzip Kreislaufwirtschaft entfremdet. Anstatt Strukturen zu ermöglichen, die eine nachhaltige Subsistenz garantieren, wird jeder Bürger in eine noch größere Abhängigkeit geführt. Solchen Institutionen, die bereits über die gesamte Zeit ihres Bestehens durch nachvollziehbare Ketten von Fehlleistungen und Fehlverhalten in der Politikberatung (Lobbyismus) ihre Unfähigkeit für den Erhalt des Ganzen zu wirken unter Beweis gestellt haben, darf nicht das Wohl und Weh unserer Gesellschaft sowie die Zukunft der uns folgenden Generationen überlassen werden.

Im Gegenteil: Die Zeit ist reif, auch unserer Jugend richtungssichere Kriterien an die Hand zu geben, die es ihr erlaubt, solche gedanklichen Fehlleistungen zu erkennen, auf räumliche und zeitliche Richtungssicherheit zu prüfen und selbst abzuschätzen, was geschieht, wenn Kreisläufe geöffnet, die Effizienz abgesenkt und damit die Zukunft unserer Gesellschaft gefährdet wird.

Denn die Lösung dieser durch Dirigismus und zentralistische Überregulierung ausgelösten Probleme liegt im Schließen lokaler Kreislaufführungen. Das Vorbild ist die Zellbildung in der Natur. Ein Wachstum über eine optima-le Größe senkt den Wirkungsgrad und leitet in der Natur die Zellteilung ein. Dies bedeutet, dass Strukturen in der lebendigen Natur - im Gegensatz zu EU-, WTO- und IWF-WelteroberungsGrößenwahn -bei Zunahme von irreversiblen Verlusten bereinigt werden und die optimale Geschlossenheit auf der nächsten Ebene im Zellverband gesucht wird.

Die in erster Linie vom atomaren und fossilen Energieeinsatz hervorgerufene Verschärfung unserer Umweltprobleme – wie Versteppung, Verlust landwirtschaftlich genutzter Böden, Verlust des bodennahen Wasserdampfes als Wärmeschutzfilter und vermehrt auftretende Katastrophen durch extreme Wetterlagen wie Hochwasserereignisse und Dürrezeiten – erfordern einen Paradigmenwechsel zu einem integrativen Verständnis der Naturprozesse. Eine Naturschutzpraxis, die einzelne Elemente des Naturprozesses – Gewässer, Böden, Flora, Fauna – isoliert betrachtet, ist ungeeignet, die Herausforderungen einer ökologischen Naturnutzung anzunehmen.

Wasser ist das dynamische, energiedissipative Temperaturausgleichs-, Transport- und chemisches Reaktions-Medium. Es ist die zentrale Steuergröße für ein integriertes Ressourcenmanagement in jedem Einzugsgebiet. Auf der Basis eines neuen integrativen Leitbildes können nur so die Subsistenzfunktionen auf der Grundlage eines funktionalen Naturschutzes (Prozessschutzes) und durch Einführung regionaler Kreislaufwirtschaft aufrechterhalten werden. Um die Subsistenzfunktionen dauerhaft zu gewährleisten, ist es nötig, gleichzeitig und multifunktional die Naturprozesse (lokaler und kurzgeschlossener Wasser-und Stoffhaushalt, Temperaturausgleich und Bodenfruchtbarkeit) auf der gesamten Landesfläche aufrechtzuerhalten.

Nichts ist so schlecht, dass nicht auch etwas Gutes daran wäre, es kommt nur darauf an, das Gute zu finden und zu nutzen

Auf abgewirtschafteten Flächen können in wasserrückhaltenden Strukturen, mit Hilfe alternativer Technologien, biomasseproduzierende Landschaften aufgebaut werden. In diesen wird der tägliche Verdunstungs- und Taubildungszyklus gefördert und Böden durch Anreicherung mit Nähr- und Mineralstoffen verbessert. Damit wird der Wasserabfluss des Gebietes gedämpft und gleichmäßiger; Stoffverluste vermindert und die Landschaft dauerhafter nutzbar. Durch die Wiederherstellung des lokalen Temperaturausgleichsymstems wird die Wahrscheinlichkeit von Katastrophen, wie Dürre oder Hochwasser abgesenkt:

Das neue Ressourcenmanagement auf der Fläche erfordert die übergreifende Zusammenarbeit der Ressorts. Es beruht auf einer Wende zur ressourcenschonenden Wasser-, Land- und Forstwirtschaft mit kleinräumigen, kurzgeschlossenen Wasser- und Stoffkreisläufen als prozessbestimmenden Elementen. Über die Steuerung der Verdunstung durch Vegetation und die Rückführung von Klarwasser und Schlämmen wird das Klima lokal stabilisiert und schließlich auch für das überregionale Klima wirksam. Diese Vorgehensweise ist dezentral und seine Wirkungsweise kann lokal verwirklicht werden, sind rücksichtslose Zentralisten politisch im Zaum gehalten. Denn für eine nachhaltige Entwicklung sind in erster Linie integrierte, zellulare, quasi autarke Strukturen zu fördern, indem ein wachsender Teil der Gesellschaft mit lokal erzeugten Subsistenzprodukten und den notwendigen Servicefunktionen der Natur, wie Klima, Temperaturregelung, Wasser, Bodenfruchtbarkeit und Atmosphäre beschäftigt und versorgt wird.

So wird der Zertifikatshandel trockener Treibhausgase für das Klimageschehen weitgehend relativiert, die Temperaturregelung „Kühlung“ verstärkt, das Wasserdargebot lokal gesteigert, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenwirtschaft gefördert, und der Boden mit Nutzstoffen angereichert. Durch die Anhebung des Bodenwasserspiegels wird eine bessere Steuerungsmöglichkeit des Wasserkreislaufes durch die Vegetation erzielt (erhöhte Verdun-stung). Eine Wiedereinführung stofflicher Limitierungen z. B. des Sauerstoffs in gewässernahen Böden dämpft dort die mineralisierenden Stoffwechselprozesse und mindert eutrophierende Einträge in die Gewässer. Ferner werden die Abflussganglinien vergleichmässigt und die Stofftransporte minimiert.

Sektorale Leitbilder sind nicht in der Lage, ökologische Zusammenhänge darzustellen, wenn sie nicht an einem übergreifenden Energetik-, Wasserkreislauf- und Stoffflüsse abbildenden Leitbild orientiert werden. Die Gesetzgebung muss sich deshalb künftig an dem übergreifenden Leitbild einer integrierten Flächenbewirtschaftung orientieren. Der Mensch als Bewirtschafter hat in Zukunft die Aufgabe, die Naturprozesse nach den der Natur eigenen Spielregeln so zu gestalten, dass er effizienz-und nachhaltigkeitssteigernd wirtschaftet. Dieses ist nur in einer Kreislaufwirtschaft möglich und lässt eine neue Naturlandschaft (aus zweiter Hand) entstehen, die als nachhaltiges Tragwerk (Hardware) für zukünftige Generationen dienen kann und muss.

Hemmnisse, die eine effiziente regionale Kreislaufwirtschaft behindern, müssen vor allem durch politische Initiativen aufgehoben werden, bevor die von der IWF begünstigte neue “OPEC für Wasser“ das Land Brandenburg mit seinen wertvollen Mineralwasser-Reserven voll im Griff hat.

Potsdam, den 1. März 2005

                                              Ulrich Jochimsen

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Netzwerk Dezentrale EnergieNutzung e.V.
1. Sprecher des Vorstandes der Grundtvig-Stiftung für bürgerbewegte politische Bildung

 

Literatur:

-Vandana Shiva, „Der Kampf um das blaue Gold / Ursachen und Folgen der Wasserverknappung“, Rotpunktverlag -Janisch & Schulz aus Gambach, www.Pflanzenklaeranlagen.de -Dr. med. vet. Joachim Lampe, 83373 Taching am See www.dezentrales-abwasser.de/Recht/ beitrag_von_dr_lampe.htm -Arundhati Roy, „Das Ende der Illusion / Politische Einmischungen“, München 1999 -Wilhelm Ripl / Systeminstitut Aqua Terra, “Studie zur ökologischen Bewertung ...“, für EUROSOLAR, e.V., Berlin 2. 2004